Im Jahre 1920 schlossen sich einige junge boxbegeisterte Grenchner zusammen, um einen Boxclub zu gründen. Der Initiant und Mitbegründer Othmar Wulliman war der erste Präsident des neu gegründeten Vereins. Er war eine grosse Sportlerpersönlichkeit und während vieler Jahre ein erfolgreicher Kunstturner, welcher an verschiedenen Turnwettkämpfen Kränze eroberte.

Im Jahre 1923 trat der ehemalige Ehrenpräsident Georges Tripet dem Club bei. Er trainierte die sportbegeisterten Jünglinge während vielen Jahren und bestritt mit ihnen erfolgreiche Wettkämpfe. Mit Armin Schild hatte der Boxing Club Grenchen einen der erfolgreichsten Boxer dieser Jahre in seinen Reihen. Er gewann 1924 Schweizermeistertitel im Halbschwergewicht. Auf Initiative des Gründungspräsidenten fusionierte der Club im Jahre 1926 mit dem Geh-Club Grenchen zum Sporting Club Grenchen. Neuer Präsident dieses Vereins wurde Walther Heyraud, welcher die schwierige Aufgabe übernahm, die beiden verschiedenen Sportarten unter einem Dach zu vereinen. Lange Zeit absolvierten Boxer und Geher ein gemeinsames Konditionstraining. Nach und nach begeisterten sich immer mehr Jünglinge für den Boxsport. Eifrig waren in dieser Zeit auch die Geher, die viele Wettkämpfe bestritten.

Durch den Wandel der Zeit und der aufkommenden Motorisierung verlor der Gehsport immer mehr Anhänger und geriet fast in Vergessenheit. In den 1930er Jahren war der Schwergewichtler Walter Marti, der bei mehr als 400 Kämpfen nie KO auf die Bretter musste, das Idol der Boxer. Im Jahre 1936 durfte er an der Olympiade in Berlin teilnehmen. 1935 und 1936 errang er den Titel eines Schweizermeisters im Schwergewicht.

Der 2.Weltkrieg bedeutete auch für den Sporting Club einen grossen Dämpfer, denn es gab keine Trainingsmöglichkeiten mehr. Deshalb wurden die Vereinsaktivitäten erst nach dem Krieg wieder regelmässig aufgenommen. Bald versammelten sich wieder begeisterte Boxer, welche dem Sporting Club neue Impulse verleihen konnten. In den folgenden Jahren wurden pro Saison 2-4 Boxmeetings durchgeführt. Es waren mehrere starke internationale Staffeln zu bewundern. In den Sechzigern nahm die Breitenentwicklung einen Aufschwung, da immer mehr Grenchner Boxer an den Schweizermeisterschaften erfolgreich waren. Unter den Fittichen von Trainer Hansruedi Ritter vermochte Karl Gschwind mit beispiellosen Triumphen aufzuwarten. 1964 gewann er den CH-Meistertitel im Halbweltergewicht. 1966, 1969, 1971 und 1972 denselben im Weltergewicht. 1968 war er im Olympiavorbereitungskader. Für die Olympiade 1972 in München konnte er sich qualifizieren.

1968 errang Peter Kissling den Schweizermeistertitel im Halbschwergewicht.

Bruno Müller wurde 1971 Meister im Halbweltergewicht und Giuseppe Sbrizzi im folgenden Jahr im Fliegengewicht. Die Jahre 1964-1971 unter Trainer Hansruedi Ritter zählen zu den erfolgreichsten Zeiten des Sporting Club Grenchen. 1977 eroberte Roland Müller den Schweizermeistertitel im Halbschwergewicht. In der folgenden Zeit nahm dann die Begeisterung für den Boxsport immer mehr ab, da vermehrt asiatische Kampfsportarten und Kickboxen ausgeübt wurden. Es änderte sich auch nichts an diesen Umständen, als der Verein 1981 zum Sporting Box-Club umbenannt wurde. Bis 1993 war der Erfolg des Vereins auf ein Minimum beschränkt. Ab 1993 konnte man einen kleinen Aufschwung erkennen.

Mit der Übernahme der Trainerposten durch die Gebrüder Bernhard wurde der Aufschwung verstärkt und der Verein verfügte von Jahr zu Jahr über immer mehr aktive Boxer. Der vorläufige Höhepunkt des Vereins sind die Erfolge von Dina Burger, welche im Jahre 2003 und 2004 den Schweizermeister Titel erringen konnte und sich auch an internationalen Turnieren durchzusetzen vermochte. Als bis dato beste Schweizer Boxerin gewann sie 2005 Silber an der Welt- und 2006 Silber bei der Europameisterschaft sowie Gold bei der EU-Meisterschaft. Diese Erfolge ebneten Stephan Bernhard den Weg zum Nationaltrainer von SwissBoxing, dem Schweizerischen Boxverband. Diese Funktion führte er von 2007 bis 2010 aus.

Dina Burgers Rücktritt hinterliess ein sportliches Vakuum, das die Trainer Besim Can und Felix Beyeler mit ihren Boxern hoffentlich bald schliessen können.